Förderangebote

Ziel der Waldorfschule ist es, das Lernen so zu gestalten, dass es die Entwicklung des Kindes auf allen Ebenen fördert.

Daher werden bei der Unterrichtsgestaltung die allgemeinen kindlichen Entwicklungsprozesse sowie die individuelle Ausprägung dieser Gesetzmäßigkeiten bei jedem einzelnen Kind berücksichtigt.

Schon bei Rudolf Steiner in der ersten Waldorfschule gab es Kinder, die darüber hinaus durch Einzelförderung eine zusätzliche Stärkung oder Anregung benötigten, um sich dann im Klassenverband positiv weiterentwickeln zu können. Da die Kinder heute durch unsere schnelllebige und mediengeprägte Zeit noch stärker gefordert und individueller geworden sind, ist dieser Bedarf in den letzten 30 Jahren weiter gestiegen.

Seit einigen Jahren bietet unsere Schule daher neben der Beratung durch eine Schulärztin verschiedene Förderangebote durch eine Förderlehrerin, eine Heileurythmistin und eine Sprachtherapeutin an.

Begleitung durch die Schulärztin

Die Schulärztin hat die Aufgabe, die körperliche und seelische Situation jedes einzelnen Kindes zu erkennen und im Blick zu haben, um sich auf der Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde ein Bild von seiner Entwicklung zu machen.

Bei Auffälligkeiten wird in Zusammenarbeit mit den Lehrern und Therapeuten über eine Unterstützung und/oder Förderung beraten.
Dazu wird u.a. in der 2. Klasse bei allen Schülern die sogenannte Zweitklassbeobachtung durchgeführt, um möglichst früh Schülern eine adäquate Förderung zukommen zu lassen.

In enger Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern und dem gesamten Kollegium sowie auch den Eltern spielt die Schulärztin während der gesamten Schulzeit eine wichtige präventive Rolle und bildet ein Bindeglied zwischen der Pädagogik und der Medizin.


Vielseitiges Lernen im Förderunterricht

Die Förderlehrerin begleitet und fördert die Kinder und Jugendlichen, die beim Lernen eine Unterstützung benötigen, einzeln oder in Kleinstgruppen.

Die Erarbeitung des Unterrichtsstoffes beginnt immer bei dem Lernstand, den die Schüler bisher erreicht haben und berücksichtigt dabei sowohl die Grundlagenkenntnisse und die Arbeitsweise als auch die Gesamtkonstitution.

Für jedes Kind wird ein individuelles Konzept erstellt um auf die jeweiligen Bedürfnisse und Erfordernisse eingehen zu können.

Inhaltliche Themen sind Rechnen, Lesen und Schreiben, Arbeitsorganisation und Lernförderung im weitesten Sinne, wie auch z.B. Übungen zu den Sinneswahrnehmungen, zu Koordination, Raumorientierung und zur Grob- und Feinmotorik. Durch verschiedene Spiele können Lerninhalte in gelockerter Atmosphäre vertieft und Phasen der Entspannung geschaffen werden.


Heileurythmie als Impulsgeberin

Die Grundelemente der Heileurythmie sind die in Bewegung umgewandelten Elemente der Sprache und der Musik. Jeder Vokal, jeder Konsonant oder Ton hat eine ihm eigene Bewegungsform.

So wie eine gesunde motorische Entwicklung eng mit der Sprachentwicklung verknüpft ist, kann die Heileurythmie mit ihren Bewegungen auch auf verschiedenste Entwicklungshindernisse einwirken und das individuelle Gefüge von Körper, Seele und Geist in ihrem gesunden Zusammenwirken unterstützen.

In der Schule geht es hauptsächlich darum, präventiv, also vorbeugend zu arbeiten, d.h. die Konstitution des Kindes wahrzunehmen und positiv zu unterstützen oder Entwicklungsprozesse anzuregen, so dass es gar nicht erst zur Manifestation einer Krankheit kommt.


Sprachgestaltung – Sprachförderung

Die Sprachförderung der Waldorfschule sieht immer die Schüler in ihrer körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung als Einheit und versucht dort Impulse zu setzten, wo sie die Weiterentwicklung am sinnvollsten unterstützen können.

Dies sind mal Sprachübungen, mal Übungen mit Bällen, die die Sprache begleiten, mal Atemtechniken und auch schauspielerische Rollenspiele, um neue Arten des Ausdrucks kennen zu lernen.

In der Sprachgestaltung wird intensiv das gestaltende „Ich“ des Menschen angesprochen, das in Wort-, Laut- und Satzgebärde die Möglichkeit hat, sich lebendig und erlebnisreich über die Sprache mitzuteilen.