Unterstufe (Klassen 1 – 4)

Unsere Unterstufe bietet zwei Besonderheiten: den Flexiblen Schulanfang und das bewegte Klassenzimmer.


Unsere "Flexstufe"

Als erste hessische Waldorfschule haben wir im Sommer 2018 den Flexiblen Schulanfang eingeführt. Wir sehen unsere „Flexstufe“ als Chance, jedes Kind seinen Fähigkeiten entsprechend noch individueller zu fördern.

Das Konzept ermöglicht Schulanfängerinnen und Schulanfängern einen passgenauen Start in die Schule. Neue Schulkinder werden in die bestehenden altersgemischten Flexgruppen aufgenommen, wo sie sich - unterstützt durch ein Lernpatensystem - schnell zurechtfinden. Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten mit binnendifferenzierten, adaptiven und kooperativen Lernangeboten.

Das Konzept des Flexiblen Schulanfangs ermöglicht grundsätzlich eine flexible Schulbesuchszeit. Schülerinnen und Schüler durchlaufen die ersten zwei Leistungsstufen in der Regel in zwei Jahren, wobei sie auch drei Jahre verweilen können. In besonderen Einzelfällen ist auch eine Verkürzung möglich.


Das bewegte Klassenzimmer

Das bewegte Klassenzimmer ist ein spezielles Raumkonzept, welches sehr vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht bietet. Im Klassenraum gibt es keine Tische und Stühle, sondern leicht bewegliche Bänke und Sitzkissen. Das schafft Raum und Flexibilität.

Wenn der Unterricht beginnt, sitzen die Kinder zusammen mit ihrem Klassenlehrer auf den Bänken im Kreis und erleben Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft. In der Lernphase wird der gesamte Raum für Bewegungsspiele und Aktionen genutzt, etwa wenn die Kinder auf den umgedrehten Bänken balancieren.

Die Idee des bewegten Klassenzimmers wurde entwickelt, um den Kindern der ersten Klassen Raum für all das zu bieten, was in einer Sitzkultur und technischen Umwelt zu kurz kommt: Sinnesentwicklung, Bewegungsfähigkeit, Rhythmusschulung, aber auch Beziehungsfähigkeit und Sozialverhalten. Den Kindern wird Gelegenheit zur Nachreife gegeben – als Basis für ein fruchtbares Lernen.


Lerninhalte der Klassen 1 bis 4

Klassen 1 - 2

Mit ihrem sehr bildhaft geprägten Unterricht kommt die Unterstufe dem Bedürfnis der Kinder nach Bildern entgegen. So werden in der 1. Klasse die großen Druckbuchstaben anhand von Bildern, die aus vorher gehörten Märchen und Geschichten entstehen, eingeführt. Später kommen die kleinen Druckbuchstaben hinzu.

Das Fach Formenzeichnen beginnt mit Variationen der beiden Grundformen – der Geraden und der Gebogenen – und geht dann zum Zeichnen von Spiralen, Ellipsen, Lemniskaten („Achter-Figuren“) und Kreisformen über. In der 2. Klasse folgen Symmetrieübungen und Spiegelungen mit runden und eckigen Formen.

Nach einem Kennenlernen der Zahlen werden im Rechnen in rascher Abfolge die vier Grundrechenarten eingeführt und geübt, zunächst im Zahlenraum bis 20, in der 2. Klasse bis 100.

Klassen 3 - 4

Im dritten Schuljahr beginnt der Sachkundeunterricht ganz praktisch mit einer Ackerbauepoche, einer Handwerker- und einer Hausbauepoche. In diesen Epochen bestellen die Schüler selbst ein Feld, säen, ernten, mahlen das Korn und backen Brot. Sie lernen verschiedene Handwerke kennen und die Grundlagen des Mauerns. Als weitere Fächer kommen in der 4. Klasse Heimatkunde und Tierkunde hinzu.

Das Lesen von selbst geschriebenen und gedruckten Texten wird weiter geübt, die Kinder lernen die Schreibschrift. Die ersten Deutsch-Grammatikepochen finden statt, in denen Wortarten und Satzglieder behandelt werden. Das schriftliche Rechnen in den vier Grundrechenarten wird eingeführt, in der 4. Klasse beginnt das Bruchrechnen.

Asymmetrische Formen, weitere Spiegelungsübungen und Flechtmuster sind die Themen im Formenzeichnen der 3. und 4. Klasse.

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